
Üben des Speerwerfens
Die
Olympischen Spiele an der Waldorfschule Michael Hall im Süden von London fanden
am Samstag, dem 3. Juli 2010, statt.
Die
Olympischen Spiele der 5. Klassen
Seit vielen
Jahren finden die Olympischen Spiele im Stile einer traditionellen griechischen
Olympiade statt. Es nehmen Schüler der 5. Klassen (11 Jahre) aus ganz England
teil. Diese 3-tägige Veranstaltung findet jedes Jahr gegen Ende des Schuljahres
statt. Es nehmen ca. 400 Schüler aus 20 Schulen teil. Seit kurzem nehmen auch
Schüler aus anderen Städten in Europa teil, so z.B. dieses Jahr die Klasse 5 A
aus Tübingen.
In der 5. Klasse lernen die Schüler die Alten Griechen kennen. Die Olympiade würdigt
diese besondere Zeit der Kindheit. Mit ungefähr 12 Jahren haben die Kinder
besondere Anmut und besonderes Gleichgewicht in ihren Bewegungen. Die Leichte eines jungen
Kindes und die Anfänge der Stärke und des Gewichts, die sie bald als
Heranwachsender haben werden, sind nun sichtbar. Diese Tatsache spiegelt sich
wider in der Philosophie der griechischen Athleten, die versuchen, die Balance
zwischen dem Geistigen (Leichtigkeit) und dem Physischen (Gewicht) zu
erreichen.
Einer der
Aspekte des 3-tägigen Treffens ist, dass jede Schule ihr eigenes Lager auf dem
Schulgelände hat und dies auch selbst vorbereitet. Die Schule in England hat
das Glück, dass sie das ideale Gelände dafür hat. Dadurch haben die Schüler das
authentische Erlebnis des Camping, mit allem was dazugehört, z.B. Tragen des
Gepäcks, Kochen, Essen, Aufräumen, Saubermachen,
...
Die Schulen
kommen am Mittwoch an, bauen ihre Lager auf und bereiten sich auf den ersten Tag
vor. Am Donnerstag und Freitag trainieren alle Schüler alle Sportarten,
beginnend um 7:45 Uhr.
Auch wenn die
Schüler die Sportarten an ihrer Schule teilweise schon üben konnten, ist es sehr
sinnvoll, wenn sie sich am Donnerstag und Freitag gemeinsam vorbereiten. Das
ermöglicht den Schülern sich einzubringen und sich kennenzulernen. Außerdem
liegt der Schwerpunkt hier auf der Teilnahme, nicht auf dem Wettkampf. Es soll
auch vermieden werden, dass jeder nur seinen Lieblingssport betreibt.
Die Schüler
werden in 12 Gruppen aufgeteilt, die nach griechischen Städten benannt sind, die
an den traditionellen Olympischen Spielen teilgenommen haben. Dadurch wird die
Organisation erleichtert und eine Konkurrenz zwischen den Schulen vermieden. Die
Gruppen üben Donnerstag und Freitag Morgen für die Olympischen Spiele. Am
Nachmittag werden Spiele gespielt. Jede der „Städte“ hat 2 bis 3 Erwachsene als sogenannte “Archons” (Riegenführer), die ihre Gruppe während der 3 Tage begleiten. Sie organisieren, wer welche Sportart an welchem Tag macht, und beurteilen, wer sich wie engagiert hat. Von Natur aus wollen die Kinder sich bewegen, rennen, spielen, werfen und springen, und bekommen hier die Möglichkeit dazu, dies ohne Konkurrenzdruck zu tun. Sie können das auf vielfältige Art zeigen, z.B. durch Einsatz, Entschlossenheit, Anmut, Stärke, Schönheit, Einstellung oder Geschwindigkeit. Dabei werden Dinge wie Höhe, Weite, Zeit oder Position nicht gemessen. Das heißt aber nicht, dass diese Dinge nicht von Interesse sind, aber sie sollten nicht der einzige Antrieb der Kinder sein. Das heißt, dass eine wesentliche Aufgabe der „Archons“ ist, die Qualitäten und Eigenschaften, die die Kinder darstellen, zu beurteilen. Jedes Kind bekommt dann eine Medaille für die spezifischen Qualitäten, die es gezeigt hat, z.B. Geschwindigkeit des Laufs, Einsatz während des Ringkampfs, Schönheit des Flugs des Speers, Gesamteindruck, positive Einstellung, etc.
Der Tag der
Olympiade selbst beginnt mit einer Eröffnungsfeier, die einen Fackellauf mit
allen Kindern und „Archons“ enthält, ein gemeinsam vorgetragenes Gedicht und das
Entzünden des Olympischen Feuers.
Der Ablauf
folgt dann der Reihenfolge der ursprünglichen griechischen Disziplinen Laufen,
Springen, Ringkampf, Diskus- und Speerwerfen. Die „Archons“ haben bereits
vorbereitet, welcher Schüler an welcher Disziplin teilnimmt, sodass möglichst
viele an ihren Lieblingssportarten teilnehmen können. Die einzelnen
Sportarten sind der Marathon, der Minimarathon, Kurzstreckenlauf, Weitsprung,
Hochsprung, Ringkampf, Diskuswurf, Speerwurf und Staffellauf. Nach der
letzten Sportart findet ein Fest für alle Teilnehmer statt, während sich die
„Archons“ auf die Vergabe der Medaillen vorbereiten, bei der jedes Kind für
seine Beiträge und Qualitäten in den letzten 3 Tagen eine Medaille
bekommt.
Damit ist die
Olympiade beendet und es beginnt das Packen für die Rückreise oder ein kleines
Anschlussprogramm in London und an der Südküste von England, wie im Falle der
Besucher aus Tübingen.
 Gemeinsamer Tagesanfang von 400 Schülern mit Bothmergymnastik
 Spielen auf dem Schulgelände
 Fackelzug zur Eröffnung der Olympiade
 Entzünden des Olympischen Feuers
 Ringkampf
 Während der Olympiade
 Verleihung der Medaillen
 Am Lagerfeuer mit der Klasse aus Schottland
 Vor dem British Museum in London
 Ausflug auf der Themse
 Klassenfoto bei den Seven Sisters (Kreidefelsen an der Südküste von England)
|